Sobald man im Bereich Kommunikation arbeitet, passiert etwas Interessantes.
Menschen achten plötzlich sehr genau darauf, wie man selbst kommuniziert.
Wie man formuliert.
Wie man reagiert.
Wie man diskutiert.
Und manchmal entsteht fast automatisch die Erwartung, dass Kommunikationstrainer*innen immer die richtigen Worte finden, ruhig bleiben und Missverständnisse vermeiden.
Und ehrlich gesagt: Das ist manchmal gar nicht so einfach.
Denn auch Kommunikationstrainer*innen sind ganz normale Menschen.
Mit stressigen Tagen.
Mit zu schnellen Antworten.
Mit Situationen, in denen etwas anders gemeint ist, als es beim Gegenüber ankommt.
Vielleicht kennen viele dieses Gefühl auch aus anderen Berufen. Von Menschen, die mit Beratung, Pädagogik oder Begleitung arbeiten, wird oft besonders viel erwartet. Nicht nur fachlich, sondern auch menschlich.
Als würde Wissen automatisch bedeuten, immer alles perfekt umsetzen zu können.
Gerade in der Kommunikation zeigt sich aber schnell, dass das nicht funktioniert.
Denn Kommunikation ist selten eindeutig.
Ein Satz kann sachlich gemeint sein und trotzdem kritisch wirken.
Eine kurze Nachricht kann neutral formuliert sein und trotzdem Distanz auslösen.
Und manchmal entsteht ein Missverständnis nicht, weil jemand unklar gesprochen hat, sondern weil Menschen Aussagen unterschiedlich wahrnehmen und interpretieren.
Genau darüber sprechen wir auch in Trainings immer wieder.
Wie wichtig Zuhören ist.
Wie schnell unterschiedliche Interpretationen entstehen.
Wie sehr Kommunikation von Stimmung, Erfahrung und Situation geprägt wird.
Und trotzdem erlebt man genau das auch selbst immer wieder im Alltag.
Vielleicht liegt genau darin etwas Beruhigendes.
Gute Kommunikation bedeutet nicht, immer alles richtig zu machen.
Sie bedeutet eher, offen zu bleiben.
Nachzufragen.
Missverständnisse anzusprechen.
Und auszuhalten, dass Kommunikation nie nur aus Worten besteht.
Oft geht es vielmehr darum, wie etwas ankommt.
Je länger ich Trainings begleite, desto mehr merke ich: Menschen erwarten oft perfekte Kommunikation.
Aber eigentlich brauchen wir etwas anderes.
Ehrliche Kommunikation.
Nicht geschniegelt.
Nicht auswendig gelernt.
Nicht fehlerfrei.
Sondern menschlich.
Denn genau dort entstehen meistens die besten Gespräche.