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Neulich musste mein Sohn in Ethik ein Thema über Glück vorbereiten. Unter anderem ging es um den Philosophen Slavoj Žižek.

Und ehrlich gesagt blieb mir seine Sichtweise länger im Kopf, als ich erwartet hätte.

Nicht, weil er erklärt, wie man glücklich wird.
Sondern eher, weil er eine unbequeme Frage stellt: Wissen wir überhaupt, was Glück eigentlich ist?

Je länger ich darüber nachgedacht habe, desto mehr musste ich an unseren Alltag denken.

Denn irgendwie leben viele von uns ständig im „Danach“.

Nach der nächsten Woche wird es ruhiger.
Nach dem nächsten Abschluss entspannter.
Nach dem nächsten Ziel besser.
Nach dem nächsten Kauf schöner.
Nach dem Urlaub endlich erholter.

Und trotzdem scheint sich dieses Gefühl oft einfach weiter nach hinten zu verschieben.

Vielleicht kennt man das auch von früher.

Man wollte unbedingt älter werden.
Dann arbeiten.
Dann mehr verdienen.
Dann mehr Zeit haben.
Dann weniger Stress.

Und irgendwo dazwischen vergisst man manchmal, überhaupt kurz stehen zu bleiben.

Was ich an dieser Sichtweise spannend finde: Vielleicht suchen Menschen gar nicht dauerhaft Glück.

Vielleicht brauchen wir manchmal eher Bewegung. Entwicklung. Etwas, worauf wir hinarbeiten können.

Denn Ziele geben Orientierung. Sie motivieren und bringen uns voran.

Aber vielleicht entsteht genau dort auch ein Missverständnis.

Wenn wir glauben, dass Zufriedenheit immer erst nach dem nächsten Schritt beginnt, verschieben wir sie ständig in die Zukunft.

Das erklärt vielleicht auch, warum manche Momente, auf die man sich monatelang freut, plötzlich schneller vorbei sind als gedacht.

Und warum man manchmal genau dann zufrieden ist, wenn man gerade nicht versucht, unbedingt glücklich zu sein.

Zum Beispiel bei einem ruhigen Kaffee.
Bei einem guten Gespräch.
Bei einem ehrlichen Lachen.
Oder einfach bei einem Abend ohne Druck.

Vielleicht besteht Glück viel weniger aus „immer mehr“, als wir glauben.

Und viel mehr aus den Momenten, die man normalerweise gar nicht groß bemerkt.

Schlüssel mit Glück

Vielleicht geht es am Ende gar nicht darum, ständig glücklich zu sein.

Sondern darum, nicht zu vergessen, dass das Leben oft genau dort stattfindet, wo wir gerade schon angekommen sind.

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