Es gibt ein Thema, das im Sommer fast so verlässlich ist wie die Hitze selbst.
Die Klimaanlage.
Kaum wird sie eingeschaltet, gehen die Meinungen auseinander.
„Endlich wird es angenehmer.“
„Mir zieht es.“
„Kann man sie etwas kälter stellen?“
„Bitte nicht noch weiter runter.“
„Von Klimaanlagen wird man krank.“
Und irgendwo dazwischen sitzt man als Trainer*in und versucht herauszufinden, ob gerade die Raumtemperatur oder die Gruppendynamik die größere Herausforderung ist.
Dabei wird eines schnell klar:
Es gibt keine Temperatur, mit der alle gleichzeitig zufrieden sind.
Was für die eine Person angenehm ist, ist für die andere bereits zu kalt.
Während jemand noch über die Hitze klagt, zieht sich die nächste Person schon die Strickjacke an.
Manchmal erinnert mich das an viele andere Situationen im Trainingsalltag.
Nicht nur beim Raumklima.
Auch bei Methoden, beim Lerntempo oder bei Pausen.
Die einen wünschen sich mehr Austausch.
Die anderen möchten lieber konzentriert weiterarbeiten.
Manche brauchen klare Strukturen.
Andere möchten möglichst flexibel bleiben.
Je länger ich Trainings begleite, desto mehr merke ich:
Es geht oft gar nicht darum, für alle die perfekte Lösung zu finden.
Sondern darum, einen guten Rahmen zu schaffen, in dem sich möglichst viele wohlfühlen.
Und manchmal gehört dazu auch, gemeinsam darüber zu lachen, dass die Klimaanlage wahrscheinlich nie alle glücklich machen wird.
Vielleicht ist genau das eine der unterschätzten Aufgaben in der Erwachsenenbildung.
Nicht Perfektion.
Sondern Ausgleich.
Denn gute Trainings entstehen selten dadurch, dass alles perfekt ist.
Sondern dadurch, dass Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen trotzdem gut miteinander lernen können.
Und falls du dich fragst:
Ja, die Frage nach der richtigen Temperatur beschäftigt uns tatsächlich fast jeden Sommertag aufs Neue.