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Eigentlich ist Urlaub dazu da, um abzuschalten.

Trotzdem fühlt es sich manchmal so an, als müsste man sich den Urlaub erst verdienen.

Je näher die freien Tage rücken, desto länger wird plötzlich die To-do-Liste.

„Das muss ich vorher noch erledigen.“

„Darauf antworte ich besser noch schnell.“

„Das kann ich unmöglich liegen lassen.“

Aus einer normalen Arbeitswoche wird plötzlich ein kleiner Endspurt.

Man arbeitet Aufgaben vor, schreibt Übergaben, beantwortet noch E-Mails und versucht gleichzeitig sicherzugehen, dass während der Abwesenheit möglichst wenig schiefgehen kann.

Und dann kommt endlich der Urlaub.

Man schläft aus, verbringt Zeit mit der Familie, fährt weg oder genießt einfach die Ruhe.

Irgendwann gelingt es tatsächlich, den Kopf freizubekommen.

Bis der Gedanke auftaucht:

„Nächste Woche muss ich wieder arbeiten.“

Fast automatisch beginnt man zu überlegen, was inzwischen alles passiert sein könnte.

Wie viele E-Mails wohl warten.

Ob neue Aufgaben dazugekommen sind.

Oder ob genau das eingetreten ist, wovor man sich vor dem Urlaub noch absichern wollte.

Und nach dem Urlaub?

Da wartet oft das genaue Gegenteil.

Die Aufgaben, die liegen geblieben sind.

Neue Themen, die in der Zwischenzeit entstanden sind.

Kolleg*innen, die etwas brauchen.

Der Kalender, der plötzlich wieder erstaunlich voll aussieht.

Manchmal fühlt sich der erste Arbeitstag fast so an, als hätte man zwei Montage gleichzeitig erwischt.

Eigentlich ist das paradox.

Der Urlaub soll Kraft geben.

Doch davor und danach kostet er oft besonders viel Energie.

Vielleicht liegt genau darin aber auch eine wichtige Erkenntnis.

Nicht jeder offene Punkt muss vor dem Urlaub abgeschlossen sein.

Nicht jede E-Mail braucht sofort eine Antwort.

Und nicht jede Aufgabe muss am ersten Tag nach der Rückkehr erledigt werden.

Denn Erholung bedeutet nicht nur, den Arbeitsplatz für ein paar Tage zu verlassen.

Sie bedeutet auch, sich zu erlauben, dass die Welt sich währenddessen weiterdreht.

Vielleicht ist genau das die eigentliche Herausforderung.

Nicht das Kofferpacken.

Sondern das schlechte Gewissen zuhause zu lassen.

Denn meistens merken wir nach der Rückkehr:

Die meisten Dinge lassen sich lösen.

Und die wirklich wichtigen warten ohnehin auf uns.

Der Urlaub endet. Die Erholung muss es nicht.

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