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Eine eigene Website erstellen, ohne eine einzige Zeile Code schreiben zu können? Was vor wenigen Jahren noch nach Zukunftsmusik klang, ist dank künstlicher Intelligenz heute zumindest teilweise Realität.

Statt sich stundenlang mit HTML, CSS oder JavaScript auseinanderzusetzen, reicht manchmal schon eine einfache Beschreibung: „Erstelle eine moderne Website für ein Café mit Speisekarte, Bildergalerie und Kontaktformular.“ Wenige Augenblicke später liegt ein erster, KI-generierter Entwurf vor. Willkommen in der Welt des Vibe Codings!

Was steckt hinter dem Begriff „Vibe Coding“?

Der Begriff wurde 2025 durch den KI-Forscher Andrej Karpathy bekannt. Gemeint ist eine neue Art der Softwareentwicklung, bei der Menschen mithilfe natürlicher Sprache die gewünschten Funktionen und Eigenschaften beschreiben. Auf dieser Grundlage wird durch KI-Anwendungen der entsprechende Programmcode generiert.

Anstatt selbst jede Codezeile zu schreiben, formulieren Nutzer*innen ihre Vorstellungen, überprüfen die Ergebnisse und passen ihre Anweisungen entsprechend an. Gefällt beispielsweise die Farbe eines Buttons nicht, muss nicht mehr mühsam nach der entsprechenden Codezeile gesucht werden. Eine neue Anweisung genügt, um eine Änderung generieren zu lassen.

Warum wird Vibe Coding immer beliebter?

Der größte Vorteil liegt in der Zugänglichkeit. Menschen, die bisher kaum Berührungspunkte mit Programmierung hatten, können plötzlich eigene Ideen ausprobieren.

Eine kleine Website für den Sportverein? Ein digitales Portfolio? Oder ein erster Prototyp für eine Geschäftsidee? Was früher technisches Fachwissen oder externe Unterstützung erforderte, lässt sich heute oft wesentlich schneller umsetzen.

Auch für erfahrene Webdesigner*innen ergeben sich neue Möglichkeiten. Wiederkehrende Aufgaben lassen sich teilweise automatisieren, unterschiedliche Designs ausprobieren und erste Entwürfe schneller erstellen.

Vibe Coding in der Praxis: Ein Erfahrungsbericht

Wie das konkret aussehen kann, zeigt die Erfahrung eines jungen IT-Talents, das bereits zahlreiche Projekte mithilfe künstlicher Intelligenz umgesetzt hat.

„Ich habe bis jetzt viele Projekte mithilfe von KI umgesetzt“, erzählt der Schüler einer HTL, der auch an einem Hochbegabtenförderungsprogramm teilnimmt. So hat er beispielsweise eigene Websites mithilfe von KI-Anwendungen erstellt, anschließend überarbeitet und bereits online veröffentlicht. Darüber hinaus hat er Programme entwickelt, die wiederkehrende Aufgaben automatisieren. Derzeit beschäftigt er sich mit der Entwicklung eigener Apps.

Besonders beeindruckt ihn die Zeitersparnis: „Aufgaben, die früher Stunden oder länger gedauert haben, kann KI innerhalb von Minuten lösen.“ Gleichzeitig sieht er die zunehmende Abhängigkeit von KI kritisch. Bei seinen privaten Projekten nutzt er mittlerweile fast ausschließlich KI-Unterstützung, während er im Unterricht weiterhin selbst programmiert.

Wenn KI den Code generiert, wer trägt die Verantwortung?

Doch macht diese technologische Entwicklung Webdesigner*innen künftig überflüssig?

Eine Website ist schließlich mehr als eine hübsche Oberfläche. Sie muss verständlich aufgebaut sein, auf unterschiedlichen Geräten funktionieren, schnell laden und für möglichst viele Menschen zugänglich sein.

Hinzu kommen Datenschutz, Sicherheit, Suchmaschinenoptimierung und die Frage, ob Besucher*innen überhaupt finden, wonach sie suchen.

Genau hier zeigen sich die Grenzen des Vibe Codings. Innerhalb weniger Sekunden können beeindruckende Ergebnisse entstehen. Ob der generierte Code aber sicher, barrierefrei, wartbar und rechtlich unproblematisch ist, muss weiterhin von Menschen überprüft werden.

Auch der befragte HTL-Schüler glaubt deshalb nicht, dass KI Programmierer*innen in absehbarer Zeit vollständig ersetzen wird. Seiner Einschätzung nach braucht es weiterhin Menschen, die über technisches Verständnis verfügen, die einzelnen Bestandteile zusammenführen und die Ergebnisse beurteilen können.

Wer die technischen Grundlagen versteht, kann KI-generierte Ergebnisse deshalb wesentlich besser beurteilen und gezielt verbessern.

Denn KI kann das Programmieren erleichtern – die Verantwortung für das Ergebnis bleibt beim Menschen.

Roboterhand berührt ein digitales Netzwerk aus verbundenen Lichtpunkten – Symbolbild für künstliche Intelligenz, Vibe Coding und KI im Webdesign.

Vielleicht verändert Vibe Coding deshalb weniger die Frage, wer Websites erstellen kann, sondern vielmehr, wie wir sie künftig entwickeln.

Technisches Wissen verliert dadurch nicht an Bedeutung. Es wird vielmehr um eine neue Fähigkeit ergänzt: KI-Werkzeuge sinnvoll einzusetzen, die generierten Ergebnisse kritisch zu hinterfragen und aus schnellen Entwürfen funktionierende Lösungen zu machen. Und genau darin könnte die Zukunft des Webdesigns liegen.

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